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Universitäts-Kinderklinik Würzburg

Botulinumtoxinbehandlung bei Kindern mit Bewegungsstörungen

Schmetterlinge und fliegende Fische

Der schwäbische Arzt Justinus Kerner entdeckte 1820 die muskelschwächende Wirkung von Botulinumtoxin. Botulinumtoxin wird heute in sehr hoher Verdünnung als Medikament verwendet, um in ausgewählten Muskeln z. B. bei spastischen Bewegungsstörungen die erhöhte Muskelspannung abzuschwächen. So kann z.B. das Gangbild verbessert oder andere Aktivitäten erleichtert werden. Unter Umständen sind Pflegetätigkeiten (An-/Ausziehen, Wickeln) oder das Anlegen und Tragen von Hilfsmitteln oder Orthesen besser möglich. Auch kann eine physiotherapeutische Behandlung erleichtert werden.

Botulinumtoxin wird mit einer Nadel in die betroffenen Muskeln gespritzt und führt dort zu einer gezielten Abschwächung der erhöhten Muskelspannung, die in der Regel 2-4 Monate anhält. Nach diesem Zeitraum läßt die Wirkung schrittweise nach. Dann kann bei Bedarf eine erneute Injektion stattfinden. Nach einem solchen Zeitraum ist jede Wirkung an der Muskulatur rückgängig, d.h. das Kind erreicht in jedem Fall wieder den Zustand vor der Injektion. Die Behandlung wird gut vertragen. Sie wird bei Kleinkindern in der Regel tagesstationär durchgeführt. Die Kinder erhalten für die Injektionsbehandlung ein Beruhigungsmittel und Schmerzmittel und können die Klinik am gleichen Tag wieder verlassen. Ältere Kinder und Jugendliche können meist ambulant behandelt werden.